Buchauszüge:

"Talentmarketing - Strategien für Job-Search- und Selbstvermarktung" von Franz Egle und Walter Bens unter Mitwirkung von Christian Scheller

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Franz Egle/Walter Bens

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Talentmarketing

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Strategien für Job-Search- und Selbstvermarktung

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unter Mitwirkung von Christian Scheller

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Talentmarketing ist erschienen im Gabler Verlag

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Prof. Dr. Franz Egle ist Arbeitsmarktexperte und war mehrere Jahre am IAB-Forschungsinstitut der Bundesanstalt für Arbeit tätig. An der Mannheimer Fachhochschule der Bundesanstalt für Arbeit lehrt er Arbeitsmarktpolitik, Statistik sowie TQM und führt Weiterbildungsseminare über "Neue Job-Search-Strategien für den Arbeitsmarkt der Zukunft" durch. Er verfügt über internationale Lehrerfahrung und konnte in den U.S.A sowie in Großbritannien Benchmarking über die öffentliche Arbeitsvermittlung betreiben. In Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellte er 1999 eine Studie zur "Stellenbesetzungsproblematik trotz hoher Arbeitslosigkeit", die beim Verlag Bertelsmann Stiftung erschienen ist. [Internet: www.FranzEgle.com]

Zusammen mit Christian Scheller - Arbeitsvermittler und derzeit am Berufsbildungswerk Neckargemünd gGmbH tätig - arbeitet er am Projekt T@lentMarketing, das zum Ziel hat, Schülern und Absolventen beruflicher Ausbildungsgänge mit Multimedia und moderner Informationstechnologie einen neuen Weg der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche aufzuzeigen und Unternehmen in die Lage zu versetzen, durch "Klick in eine T@lentdatenbank" schnell und passgenau Erwerbspersonen zu finden, in die sie gerne investieren wollen. [Internet: www.christian-scheller.de]
Unter der Internetadresse [www.talentmarketing.de] finden Sie Beispiele von Multimedia-Berwerbungen, Anleitungen zur Erstellung eigener Präsentationen in PowerPoint und Frontpage sowie aktuelle Informationen zu online-Stellenmärkten. Außerdem stehen die im Buch dargestellten Abbildungen zum downloaden bereit.

Walter Bens, Diplom-Verwaltungswirt und Arbeitsberater, war fünf Jahre in der Arbeitsvermittlung als Arbeitsvermittler und Arbeitsberater tätig, ehe er 1976 als Mentor und 1980 als Dozent an die Fachhochschule der Bundesanstalt für Arbeit in Mannheim wechselte. Seit 1985 beschäftigt er sich mit der Selbstvermarktung von Arbeitnehmern und leitet seit mehreren Jahren Seminare zu diesem Thema sowohl für die Beratungsfachkräfte der Arbeitsämter als auch für Träger der Erwachsenenbildung. [Internet: www.selbstvermarktungsstrategie.de]

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Summary und Resumee

IX


Inhaltsverzeichnis 
  
GeleitwortV
VorwortVII
Abbildungs- und TabellenverzeichnisXV

I.

Strategien für den Arbeitsmarkt der Zukunft1

1.

 Grundzusammenhänge des Arbeitsmarktes1

1.1 

  Der Arbeitsmarkt im globalen und sozialen Kontext   1

1.1.1

Der Mensch im System der sozialen Marktwirtschaft1
1.1.2Volkswirtschaftliche Grundfragen4
1.1.3Makroökonomische Zusammenhänge11
1.1.4Von der sozialen zur globalen Marktwirtschaft17
1.2Schlüsselfaktoren am Arbeitsmarkt26
1.2.1Beschäftigungsgrad und Arbeitslosenquote26
1.2.2Einflussgrößen der Nachfrage27
1.2.3Einflussgrößen des Angebots34
1.2.4Kennziffern des Arbeitsmarktes40
1.3Bilanzierung und Analyse des Arbeitsmarktes48
1.3.1Arbeitsmarktbilanz48
1.3.2Ungleichgewichtsanalyse50
1.3.3Entstehungsursachen von Arbeitslosigkeit54
1.3.4Die Job-Search-Theorie61
1.4 Arbeitslandschaft der Zukunft64
1.4.1Projektion 2010: global, Branchen, Tätigkeiten, Qualifikationen64
1.4.2Die neuen Basisinnovationen der Wirtschaft71
1.4.3Veränderte Arbeitsformen in der Zukunft 78
1.4.4Qualifikationskompass für Arbeitsmarkt und Karriere84
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Summary und Resumee

X


2. Strategiebereiche der Arbeitsmarktpolitik 91
2.1 Aktuelle Problemfelder der Arbeitsmarktpolitik 91
2.1.1 Analyse der beruflichen Eingliederung von Arbeitslosen 91
2.1.2 Stellenbesetzungsprobleme trotz hoher Arbeitslosigkeit 99
2.1.3 Portfolio-Analyse der Stellenbesetzung 103
2.2 Traditionelle Strategiebereiche107
2.2.1 Ziele und Zielbegründungen 107
2.2.2 Gesetzliche Grundlagen und Träger 108
2.2.3 Strategiebereiche und Instrumente 109
2.2.4 Wirkungsanalysen und Reformansätze 111
2.3 Neue Job-Search- und Vermittlungskonzepte 114
2.3.1 Wirkungsziele und arbeitsmarktpolitische Bedeutung 114
2.3.2 Ansatzpunkte für eine regionale Beschäftigungsinitiative 116
2.3.3 Umsetzungskonzepte: Arbeitsuchvertrag, Persönliches Bewerberprofil und Stellen-Besetzungs-Management120
2.3.4 Qualitätsmanagement in der Arbeitsvermittlung 124
2.3.5 Effizienzsteigerung des Systems Arbeit durch Einsatz internetbasierter Informations- und Matchingsysteme 133
3. T@lentmarketing 145
3.1 Definition, Bedeutung und Messung 145
3.1.1 Begriff und Abgrenzung 145
3.1.2 Fähigkeits- und Eignungsdiagnostik 153
3.2 T@lentMarketing als Innovation für die Berufsberatung 157
3.2.1 Konzeptionelle Überlegungen 157
3.2.2 Talentdatenbank für Einsteiger ins Berufsleben 159
3.2.3 Formen der Bewerbungspräsentation und Realisierung in der Berufsberatung 161
3.2.4 Mögliche Inhalte und Gestaltung der Präsentation 163
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Summary und Resumee

XI


3.2.5 Umsetzungsprojekte 165
3.3 Multimedia-Bewerbung 168
3.3.1 Grundüberlegungen und Definition 168
3.3.2 Formen der Bewerbungspräsentation 168
3.3.3 Überlegungen zum Einsatz von Bewerbungspräsentationen 170
3.3.4 Gestaltung einer eigenen Bewerbungspräsentation 172
3.3.5 Mögliche Inhalte einer Bewerbungspräsentation 174
3.3.6 Technische Aspekte der Erstellung 176
3.3.7 Programme und weitere Möglichkeiten zur Gestaltung der eigenen Bewerbungspräsentation 179
II. Selbstvermarktungsstrategien für Arbeitnehmer 181
1. Selbstvermarktung: Definition und Abgrenzung 181
1.1 Hintergrund: Die engpasskonzentrierte Strategie (EKS) 181
1.2 Das Prinzip: "Folge nie den anderen, sei ihnen stets voraus" 182
1.3 Grenzen der "Selbstvermarktung" 183
1.4 Phasen und Arten der Selbstvermarktung 184
1.4.1 Phasen der Selbstvermarktung 184
1.4.2 Arten der Selbstvermarktung 184
2. Rahmenbedingungen für die Selbstvermarktungsstrategie 187
2.1 Gründe für das Scheitern von Arbeitsverträgen 187
2.2 Zusatzqualifikationen 188
2.3 Suchwege der Arbeitgeber 188
2.4 Berufsausbildung als Basis für die Jobs der Zukunft 190
2.5 Studium nach vorheriger dualer Berufsausbildung 191
2.6 "Addition" von Ausbildungen, Kenntnissen und Fertigkeiten 192
2.7 Stärken ausbauen - Chancen wahrnehmen 193
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Summary und Resumee

XII


3. Umsetzung der EKS mit der Selbstvermarktungsstrategie 195
3.1 Begriffe der engpasskonzentrierten Strategie 195
3.2 Anwendung der EKS in der Wirtschaft 196
3.3 Anwendung der EKS bei der Arbeitsuche 198
3.3.1 Suche nach neuen Zielpositionen und -gruppen: "Trichter" 198
3.3.2 Technik des beruflichen Querdenkens 201
3.4 Querdenken und Vorgehensweise bei der Zielgruppensuche 206
3.4.1 Systematik bei der Zielgruppenfindung 206
3.4.2 Systematik bei der Entwicklung der Differenzeignung 206
3.4.3 Zielgruppenfindung in der Wirtschaft und der Arbeitsuche im Vergleich 208
4. Die ZielgruppenKurzBewerbung (ZKB) 209
4.1 Zeitaufwand des Personalentscheiders für die Bewerbung 209
4.2 "Lebenslauf": Es geht auch anders! 210
4.3 Form und Inhalt des "Beruflichen Kurzprofils" 212
4.4 Die Headline: Formulierung, Praxisbeispiele und Ergebnisse 214
4.5 Die "3. Seite": Spezielle berufliche Kenntnisse und Erfahrungen 218
4.6 Bewerbungsschreiben für die Zielgruppe 220
4.7 Spezialitäten: Treuhand- und Rückfaxbewerbung 222
4.8 Wirkungen und Nebenwirkungen der ZKB 227
 4.8.1 Folgen der Anwendung der ZKB 227
4.8.2 ZKB nach Studienabbruch 228
4.8.3 Reaktions-, Antwort- und Einladungsquote 229
4.8.4 Timing und Kosten 230
4.9 Voraussetzungen für den beruflichen Erfolg 231
4.9.1 Allgemeine Voraussetzungen 231
  4.9.2 Angebotsauswahl und Entscheidungshilfen 231
  4.9.3 Vorbereitung des Vorstellungsgespräches 232
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Summary und Resumee

XIII


4.9.4 Zusammenfassende Hinweise zur ZKB 234
5. Selbstvermarktung im Rahmen von Outplacement237
5.1 Definition von Outplacement 237
5.2 Formen des Outplacement 237
5.3 Vorteile für den Arbeitnehmer 238
5.4 Vorteile für den Arbeitgeber 238
6. Datenquellen für die Beschaffung von Adressen 241
6.1 Datenbankquellen 241
6.2 Empfehlung von Datenbankquellen 242
7. Tipps für die Umsetzung der Strategie 245
7.1 Anwendung durch die Betroffenen 245
7.2 Nutzung der Strategie durch die Beratungsfachkräfte der Arbeitsämter 245
7.3 Eine Chance für die Selbstständigkeit 246
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Summary und Resumee 247
Stellenmärkte im Internet 251
Literatur- und Quellenverzeichnis 263
Stichwortverzeichnis 267
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.Summary und Resumee

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Summary und Resumee

Die soziale Marktwirtschaft in Deutschland erfährt gegenwärtig durch zunehmende internationale Arbeitsteilung eine neue Ausrichtung. Die Globalisierung macht die soziale Marktwirtschaft aber dann nicht zu einem Auslaufmodell, wenn es gelingt, die notwendigen Anpassungen an die veränderten Rahmenbedingungen zügig zu realisieren. Ein wichtiger Aspekt bei der erforderlichen Anpassung ist die Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger. Dies betrifft nicht nur den Kern der sozialen Sicherungssysteme, sondern auch die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen "Fördern" und "Fordern" im Bereich der Arbeitsmarktpolitik. Dieses Buch möchte hierzu einen Beitrag leisten, in dem es aufzeigt, wie sich Jugendliche mit Hilfe moderner Informationstechnologien (wie z.B. Multimedia) und Erwachsene mit einer engpasskonzentrierten Strategie (EKS) auf dem globalen Arbeitsmarkt der Zukunft behaupten und Karrierechancen realisieren können. Es zeigt weiterhin der staatlichen Arbeitsverwaltung Wege auf, wie durch neue "Job-Search-Strategien" ein schnellerer und passgenauerer Ausgleich am Arbeitsmarkt gelingen kann.

Als Grundlage für die Arbeitsmarkt-Ausgleichspolitik und die in diesem Buch beschriebenen neuen Job-Search- und Vermittlungsstrategien dient die "Job-Search-Theorie". Bei dieser Theorie wird die Höhe der Arbeitslosigkeit mit den individuellen Erwartungen der Arbeitslosen hinsichtlich der Vor- und Nachteile einer verlängerten Suchzeit erklärt. Die Vorteile liegen dabei in dem zusätzlichen Informationsgewinn über offene Stellen und die dort gebotenen Verdienste und Arbeitsbedingungen. Der Nachteil besteht aus dem entgangenen Einkommen, das durch die verlängerte Arbeitslosigkeitszeit entsteht (Opportunitätskosten). Da mit zunehmender Arbeitslosigkeitsdauer die Nachteile größer und die Vorteile geringer werden, gilt es nach dieser Theorie, einen "optimalen" Zeitpunkt für die Beendigung der Arbeitslosigkeit zu bestimmen. Dies bedeutet, dass notwendige Informationen über offene Stellen, Arbeitsbedingungen und Bewerber durch mehr Transparenz und effizientere Vermittlungs- und Beratungsdienste rascher bereitgestellt werden müssen, so dass die Vorteile einer längeren Arbeitsplatzsuche schnell zurückgehen. Andererseits sollten die Nachteile mit zunehmender Zeitdauer dadurch erhöht werden, dass die Arbeitslosenunterstützungszahlungen nach Höhe und Anspruchsdauer gesenkt werden mit dem Ziel, den Anreiz zur schnellen Beendigung der Arbeitslosigkeit zu verstärken.

Als wichtiges Umsetzungskonzept des neuen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Prinzips "Fördern und Fordern" können die folgenden Job-Search-Strategien angesehen werden: Mit dem Abschluss von Arbeitsuchverträgen sollte es gelingen, Personen mit hohem Langzeitarbeitslosigkeitsrisiko auf einen schriftlich vereinbaren

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.Summary und Resumee

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"Eingliederungsplan" festzulegen. Mit einem zusätzlichen "Profiling" der Bewerber würde die aktive Arbeitsmarktpolitik um eine aktivierende Komponente ergänzt und ein Wechsel von der subventionierten Nachfragesteuerung mit oft geringem "Return-on-Investment" zu einer aktivierenden, die Selbstverantwortung von Arbeitsuchenden stärkenden Angebotssteuerung eingeleitet. Eine weitere Strategie besteht darin, das Arbeitslosigkeitsrisiko durch Vermittlung im "Vorfeld" der Arbeitslosigkeit zu verringern ("Job-to-Job-Vermittlung"). Ein weiteres Augenmerk ist auf die Qualität der Arbeitsvermittlung zu richten, das mit einem leistungsfähigen Stellenbesetzungsmanagement insbesondere die "Rückfallquote" in erneute Arbeitslosigkeit verringert. Die Zeitarbeit nimmt an Bedeutung zu und könnte als Instrument genutzt werden, Personen vor dem Übergang in Langzeitarbeitslosigkeit in den Ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit Selbst-Marketing, Multimedia und modernen, internetbasierten Matching-Maschinen stehen weitere Instrumente bereit, die insbesondere geeignet sind, die Bewerberprofile aussagekräftig und damit ihre "Differenz-Eignung" den Unternehmen sichtbar zu machen.
Bei der Erstellung aussagekräftiger Bewerberprofile ist insbesondere die Unterscheidung von Fertigkeiten, Wissen und Talent von Bedeutung. Denn ausgezeichnete Leistungen am Arbeitsplatz bringen vor allem die Menschen zustande, welche auch entsprechende Talente für den jeweiligen Job haben. Die Unterscheidung zwischen Fertigkeiten (Skills), Wissen (Knowledge) und Talenten ist deshalb wichtig, weil sie getrennte Bestandteile der Leistungsfähigkeit einer Person ausmachen. Der Unterschied liegt darin, dass Fertigkeiten und Wissen durch Training und Lernen beigebracht werden können und sogar müssen, während Talente nicht gelehrt werden können. Sie können aber entdeckt, aktiviert und in einer Selbstmarketing-Strategie produktiv umgesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, Talente, Fertigkeiten und Wissen nicht zu verwechseln, da man sonst unter Umständen viel Geld für etwas ausgibt, das nicht geschult werden kann. Dieser Punkt ist auch für die aktive Arbeitsförderung von Bedeutung, für die jährlich viele Milliarden DM ausgegeben werden.
"Alles anders als andere" (4-A-Methode) ist die Grundlage für die Selbstvermarktungsstrategie. Der Bewerber tritt am Markt nicht mehr als Arbeitsuchender auf, sondern wird mit dieser Strategie zum Anbieter seiner gesamten Fertigkeiten, seines Fach- und Erfahrungswissens, seiner übertragbaren Fähigkeiten, kurz - seiner "Talente". Er muss sich nicht mehr in die Reihe von teils Hunderten von Bewerbern auf ein Inserat oder die Stellenangebote der Arbeitsämter einordnen. Auch gegenüber der so genannten "Blindbewerbung" versetzt er sich in einen wesentlichen Vorteil. Die Auswahl der Firmen, bei denen er seine Bewerbung platziert, erfolgt nach einer strategischen Auswahl auf Grund seiner beruflichen Biographie, unter Beachtung seiner Persönlichkeit und seines Alters. Gerade ältere Arbeitsuchende und rückkehrende BewerberInnen in das Erwerbsleben können mit der "Technik des beruflichen Querdenkens", die Grundlage der Entwicklung der Zielposition und Zielgruppe ist, eine Eigenplatzierung am Arbeitsmarkt systematisch erreichen. Dabei hilft u.a. auch die Addition verschiedener Ausbildungen und Berufs- und Branchenerfahrungen.
Hauptunterschied der Bewerbung mit der Selbstvermarktungsstrategie ist die knappe, zielgruppenbezogene Kurzbewerbung (ZielgruppenKurzBewerbung - ZKB) und die Versendung an eine klar definierte Zielgruppe. In dieser kommt die Bewerbung nicht auf Grund einer Stellenanzeige oder der Suche über das Arbeitsamt an, sondern wird als aktive Bewerbung wahrgenommen, die mit der so genannten Headline eine sehr hohe positionsbezogene Aussage enthält. Da die ZKB in der Regel nur zwei Seiten umfasst (Anschreiben und Berufliches Kurzprofil) ist sie kostengünstig als Standardbrief zu versenden und der Versand an 200 - 300 führt in der Regel zu 2 - 5 Prozent Aufforderungen zur Einreichung einer kompletten Bewerbungsmappe oder direkt zur Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Die erzielten Ergebnisse aus Hunderten von Bewerbungsaktionen sind für alle Berufe und Altersklassen ermutigend. Bei entsprechender Motivation und beruflicher und regionaler Flexibilität des Bewerbers liegen die Erfolge weit über 50 Prozent und gehen vor allem in Zeiten guter Konjunkturlage der Wirtschaft gegen 100 Prozent. Trotzdem ist auch diese Bewerbungsstrategie - unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung - starken Veränderungen unterworfen. Die ZKB wird sicherlich in den nächsten Jahren durch entsprechende Bewerbungsmethoden im Internet ergänzt oder aber auch durch sie ersetzt werden. Eine entsprechende Anpassung der Bewerbungsformen wird daher unabdingbar sein.

Die Nutzung der EngpassKonzentriertenStrategie (EKS) dagegen wird davon nicht betroffen. Es gilt vielmehr, die Strategie weiter zu verbreiten und es nicht dem Zufall zu überlassen, wo man seinen Berufseinstieg oder bei Kündigung den Wiedereinstieg findet. Sowohl das Schulsystem, die Berufswahlvorbereitung und die Universitäten müssen stärker auf die Eigenverantwortung des Menschen vorbereiten. Es kann nicht sein, dass viele Erwerbspersonen zwar eine hohe formale Bildung vorweisen können, sie aber trotzdem auf staatliche Hilfe bei der Arbeitsuche angewiesen bleiben.
Zur Nutzung dieser modernen Job-Search-Strategien gehört aber auch eine offensive Information. Dazu können Schule und vor allem die Berufsberatung beitragen. Nicht zuletzt soll auch die öffentliche Arbeitsvermittlung ermutigt werden, die Inhalte der

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Summary und Resumee

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EKS und der ZKB in ihre Aufgaben mit einzubeziehen. Dies kann in der Einzelberatung aber auch durch die Nutzung der so genannten "Aktionszeit" erfolgen, der Zeit zwischen Kündigung und Beendigung eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses. Jedes Arbeitsamt könnte den Betroffenen auch außerhalb der üblichen Bürozeiten (z.B. Freitag nachmittags und Samstag vormittags) Informationen über die Selbstvermarktung anbieten. Dadurch ließe sich die Arbeitslosigkeit im Einzelfall ganz vermeiden oder aber in ihrer Dauer deutlich reduzieren.

Die arbeitsmarktpolitische Bedeutung einer - durch den Einsatz neuer Job-Search- und Vermittlungsstrategien erzielten - effizienteren Stellenbesetzung ist demnach sehr hoch: Eine schnellere und zielgenauere Stellenbesetzung trägt dazu bei, sowohl das Zugangs- als auch das Verbleibsrisiko der Arbeitslosigkeit zu verringern. Dazu müssten Arbeitgeber, Arbeitsämter und ihre Systempartner noch enger zusammenarbeiten und einen gemeinsamen, zusätzlichen Beitrag zur Problemlösung leisten. Die wesentliche Zielsetzung dieses Buches liegt daher in der Suche nach neuen Wegen, um die Stellenbesetzung mit Arbeitslosen quantitativ und qualitativ zu verbessern.

Eine schnellere und passgenauere Stellenbesetzung könnte - zusammen mit den evaluierten und nachweisbar bewährten traditionellen Instrumenten der Arbeitsförderung - bundesweit zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit in der Größenordnung von ca. 200.000 Personen führen. Dabei wären 200.000 weniger Arbeitslose das Ergebnis von relativ marginalen Veränderungen bei den beiden wichtigsten Arbeitsmarktkennziffern: Eine um eine 3 Tage verkürzte Verweildauer in der Arbeitslosigkeit (Verbleibrisiko) und einem durch Job-to-Job-Platzierung und Qualitätsvermittlung um einen halben Prozentpunkt verringerten Risiko, arbeitslos oder - nach vorangegangener Vermittlung - wiederholt arbeitslos zu werden (Zugangsrisiko).

Die fiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit sind hoch. Umgerechnet auf den Arbeitstag eines Arbeitsvermittlers können sie auf rund 200 DM geschätzt werden. Bei jährlich rund 3 Mio. Integrationserfolgen aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung zieht damit ein Zeitgewinn von einem Tag ein Einsparpotenzial von rd. 600 Mio. DM nach sich. Eine "Vermittlungsoffensive" im oben beschriebenen Sinne würde demnach für den Gesamtstaat ein Einsparpotenzial von ca. 5 Mrd. DM bedeuten. Dies wäre nach Auffassung der Autoren der Beitrag einer aktiven und aktivierenden Arbeitsmarktpolitik (Fördern und Fordern mit neuen Job-Search-Strategien) für das Bündnis für Arbeit.

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