T@lentMarketing

Gestaltungsgrundregeln und Aufbau der schriftlichen Bewerbung

I zur Startseite zurück I Veröffentlichungen I zum Forum I Verfasser I

.
Gestaltungsgrundregeln
Die schriftliche Bewerbung ist im Regelfall Ausgangspunkt im Bewerbungsprozess. Eine ansprechende und aussagekräftige Bewerbung ist Voraussetzung, um am weiteren Verfahren teilnehmen zu können. Primäres Ziel ist es daher, die Voraussetzungen zu schaffen, um als geeigneter Kandidat wahrgenommen und schließlich weiter berücksichtigt zu werden. Eine Bewerbung ist daher Marketing in eigener Sache. Dabei sollten nachfolgende Marketinggrundsätze beachtet werden (AIDA):

Regeln der Selbstvermarktung im Bewerbungsprozeß

Regel 1

Attention.heißt, Aufmerksamkeit zu erregen, d.h. der Betrieb soll auf die Bewerbungsunterlagen und natürlich auf  den Bewerber, der hinter diesen steht, aufmerksam werden.
Interest.Aufmerksamkeit allein reicht allerdings nicht aus, denn, nur um Aufmerksamkeit zu erregen, könnte man die Personalverantwortlichen auch einfach nur beleidigen, die Empfänger der Bewerbung müssen vielmehr beginnen, sich für die Belange, Fähigkeiten und den Bewerber selbst zu interessieren.
Desire.Aus diesem Interesse heraus muss das Bedürfnis entstehen, den Bewerber näher kennen zu lernen.
Action.Das Bedürfnis muss schließlich eine Handlung auslösen, was im Falle der schriftlichen Bewerbung die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, Einstellungstest oder die Anforderung von weiteren Unterlagen bedeuten würde
.

Regel 2

Keep it short and simple (KISS)
Die Sichtung von Bewerbungsunterlagen und das weitere Auswahlverfahren ist in vielen Betrieben ein Massengeschäft. Die Vorauswahl bzw. die Sichtung der Bewerbungsunterlagen muss schnell erfolgen und darf nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für kleine Betriebe, in denen Personalauswahl oft als Nebenaufgabe wahrgenommen werden muss.
Daher sollte bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen unbedingt darauf geachtet werden, dass auf den ersten Blick die wesentlichen Aussagen erkennbar sind. Lange Satzkonstruktionen und ein unübersichtlicher Aufbau sind da kontraproduktiv. Kurz, gehaltvoll und rasch nachvollziehbar sollte eine gute Bewerbungsmappe auf die folgenden Fragen antworten können:
  • Wer ist der Bewerber?
    Wie sieht der bisherige biographische Werdegang des Bewerbers aus? Welchen familiären Lebensumstände prägen ihn? Welche Ziele und Wertvorstellungen sind für ihn maßgeblich bzw. prägen ihn? Ist er motival und emotional für die Stelle und das Unternehmen geeignet?...
  • Was kann der Bewerber?
    Welche schulischen und beruflichen Qualifikationen hat er erworben? Hat er weitere nützliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Talente, die er in Nebenjobs oder in seiner Freizeit erworben hat? Ist er fachlich für die Stelle geeignet? Welches Potential steckt noch indem Bewerber bzw. kann in Zukunft noch freigesetzt werden? ...
  • Was will der Bewerber?
    Wie sehen seine beruflichen und auch privaten Ziele aus (Wo will der Bewerber noch hin)? Lassen sich berufliche und private Ziele auch mit den Unternehmenszielen vereinbaren? Weiß der Bewerber überhaupt, was er will? Wie konsistent sind die Ziele des Bewerbers? ...

Regel 3
Liefern Plus 1
Grundsätzlich sollte ein Bewerber den meisten Anforderungen gerecht werden, damit er mit einer Berücksichtigung seiner Bewerbungsunterlagen rechnen kann. Dies gilt für formale Anforderungen an die Unterlagen, aber auch in Bezug auf sein Bewerberprofil, das sich u.a. aus Wissen, Fertigkeiten und Talenten zusammen setzt. Allerdings werden immer jene Bewerber "die Nase vorn haben", welche die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern durch zusätzliche Eigenschaften und Aktivitäten für sich werben. Es gilt, die Erwartungen an Unterlagen und Inhalt im positivem Sinne zu übertreffen und seinen Mehrwert für den Betrieb zu demonstrieren.

.
Aufbau bzw. Elemente der schriftlichen Bewerbung

Die Form und der Inhalt einer schriftlichen Bewerbung sind relativ streng normiert und es steht daher ein relativ begrenzter Spielraum zur Verfügung, um diesen Grundregeln gerecht zu werden:
.
Nachfolgende Elemente stehen dem Bewerber dabei in dieser Reihenfolge zur Verfügung:
.
  • 1. Anschreiben
  • Mit dem individuellen Anschreiben gilt es, auf die Intentionen (Bewerbung um einen bestimmten Posten/Ausbildungsplatz) aufmerksam zu machen und zu schildern, warum man fachlich und persönlich der "richtige Mann/die richtige Frau" für eine freie Stelle in einem Unternehmen ist.
  • 2. Deckblatt:
  • Ein Deckblatt ist keine zwingende Unterlage für eine gute Bewerbungsmappe und es kann oft auch weg gelassen werden. In den letzten Jahren hat sich aber diese Form der Einleitung und Übersicht über die weiteren Unterlagen immer mehr durchsetzen können. Das Deckblatt kündigt kurz und prägnant an, was den Betrieb erwartet, nämlich eine Bewerbung für einen bestimmten Posten/Ausbildungsberuf, zählt die Unterlagen in der Mappe auf (eine Art Inhaltsverzeichnis) und bietet die Möglichkeit, sein Photo zu platzieren. 
  • 3. Lebenslauf
  • Den Lebenslauf, der auf das Anschreiben folgt, gibt es in zwei unterschiedlichen Formen; tabellarisch, als Auflistung der wichtigsten beruflichen und persönlichen Daten und in ausführlicher Form - quasi als eine Art Aufsatz. Im Regelfall reicht den Unternehmen ein tabellarischer Lebenslauf vollkommen aus und ein ausführlicher Lebenslauf, der die Personalverantwortlichen beim Durchgehen wesentlich mehr Zeit kostet, sollte nur versendet werden, wenn er auch ausdrücklich erwünscht ist.
  • 4. Berufserfahrungs- und Weiterbildungsliste (Dritte Seite)
  • Diese Liste ist ein relativ neues Element und insbesondere für Bewerber mit umfangreicher Berufserfahrung sinnvoll. Während fertige Auszubildende und Hochschulabsolventen ihre erworbenen Kenntnisse mit Abschlüssen und Zertifikaten belegen können, haben ältere Bewerber neben ihren Arbeitszeugnissen nur wenig Möglichkeiten, die während ihrer beruflichen Tätigkeit oder in betriebsinternen Weiterbildungsseminaren erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Talente potentiellen Arbeitgebern zu verdeutlichen. Dies ist mit dieser Liste möglich!
  • 5. Zeugnisse
  • Berufliche bzw. schulische Zeugnisse sollten immer als Kopien versendet werden und eine Beglaubigung ist nur notwendig, wenn das Unternehmen dies unbedingt fordert. Grundsätzlich sollten die Zeugniskopien chronologisch geordnet werden, wobei das aktuellste Zeugnis oben auf liegt.
  • 6. sonstige Unterlagen
  • Natürlich können und sollten Kopien weiterer Nachweise beigefügt werden, mit welchen die persönliche und fachliche Eignung demonstriert werden kann. Allerdings sollten alle Unterlagen darauf überprüft werden, ob es sich um für den Arbeitgeber relevante Informationen handelt; so ist ein Origami-Kurs an der Volkshochschule für einen persönlich vielleicht gewinnbringend, für einen Arbeitgeber eher uninteressant (es sei denn, man bewirbt sich in einer Bastlerzentrale...)