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Private Arbeitsvermittler
Seit März 2002 bedürfen private Vermittler
keiner Erlaubnis mehr durch die Arbeitsverwaltung. Nach drei
Monaten erfolgloser Bemühungen des Arbeitsamtes erhalten Sie einen
Vermittlungsgutschein, mit dem Sie einen privaten Vermittler
einschalten können. Von dieser Möglichkeit sollten sie aus
folgenden Gründen auch Gebrauch machen:
- Der private Vermittler hat mehr Zeit
für Sie. Im Arbeitsamt betreut ein Vermittler
durchschnittlich 800 Ratsuchende, dazu kommt noch eine große
Anzahl von Arbeitgebern und einen großen Teil seiner Zeit
ist der Vermittler mit der Sachbearbeitung beschäftigt. Bei den privaten
Agenturen ist
dieses Verhältnis oft günstiger – sie können intensiver nach
freien Stellen suchen, haben auch Zeit, sich Ihrer
Bewerbungsunterlagen anzunehmen und ein ausführliches
Bewerberprofil zu erstellen.
- Private Vermittler stehen unter
Erfolgsdruck. Fühlen sich die Kunden unwohl bzw. schlecht
betreut und bleibt der Vermittlungserfolg langfristig aus,
verliert der private Vermittler Kunden. Der durch die festgelegte
Vermittlungsprämie, die nur im Erfolgsfall fällig wird, zu
erwartende Gewinn schrumpft, je länger sich der Vermittler um
Sie kümmern muss; dies ist ein Ansporn, Sie zügig wieder in
Arbeit zu bringen.
- Private Vermittler sind oft sehr auf
bestimmte Branchen spezialisiert, die sie sehr gut kennen
und dort hin geeignete Kontakte haben. Sie kennen die
Anforderungen und Erwartungen ihrer Branche. Oft sind sie auch
im Auftrag bestimmter Unternehmen tätig. Sofern sie eine Stelle
in einem solchen Unternehmen anstreben, empfiehlt es sich, den
Vermittler einzuschalten, der bereits für das Unternehmen tätig
ist.
Das Arbeitsamt
Die öffentliche Arbeitsverwaltung ist in den
letzten Monaten stark in die Kritik geraten. Dies sollte Sie aber
nicht davon abhalten, auch das Arbeitsamt einzuschalten. Mit
Sicherheit sind die Vermittler dort durch die zahlreichen
Aufgaben, die Gesetzgeber und Politik ihnen in den letzten Jahren
`aufgeladen` haben, überfordert. Dazu gehört ein ungünstiges
Betreuungsverhältnis (1:800), zahlreiche Aufgaben im Bereich der
Sachbearbeitung und Statistik, die nur wenig mit dem eigentlichen
Vermittlungsgeschäft zu tun haben, und die oft nicht vorhandene
Trennung von Sachbearbeitung, Telefon, Vermittlungsgesprächen und
Arbeitgeberbetreuung.
Allerdings gibt es doch einig Argumente, die
für die Einschaltung der öffentlichen Arbeitsvermittlung sprechen:
- Die Arbeitsämter haben eine gut
ausgebaute Infrastruktur. So kann ein Bewerber aus Hannover
durchaus auch das Arbeitsamt in München einschalten oder sich
Stellen aus dem gesamten Bundesgebiet zusenden lassen. Dies
fällt kleineren privaten Vermittlern oft schwer.
- Die Arbeitsämter haben die meisten
Stellenangebote in ihrer Datenbank. Auch wenn es im Schnitt
nur 40% der freien Stellen auf dem Arbeitsmarkt sind. Hat noch
kein Dritter diesen Umfang und diese Dichte erreicht.
- Das Arbeitsamt ist für alle da.
Das Arbeitsamt darf die Vermittlung eines Bewerbers nicht
ablehnen, weil der Bewerber auf dem Arbeitsmarkt schlechte
Chancen hat. Ganz im Gegenteil, der Gesetzgeber nimmt das
Arbeitsamt in die Pflicht, sich intensiver um Bewerber zu
kümmern, bei denen die Vermittlung länger dauert oder die nicht
so gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
- Das Arbeitsamt erbringt Leistungen um
die Vermittlung herum. Neben der Zahlung von
Entgeltersatzleistungen hilft Ihnen das Arbeitsamt auch bei der
Finanzierung Ihrer Bewerbungskosten oder von Fahrtkosten. Auch
bei Umzügen, um einen neuen Job anzutreten, hilft es. Dafür
müssen Sie aber bei der Vermittlung gemeldet sein.
- Das Arbeitsamt kennt Alternativen.
Wenn die Vermittlung nicht klappt, kann es nach
Schulungsmaßnahmen suchen oder Chancen auf dem zweiten
Arbeitsmarkt eröffnen.
- Das Arbeitsamt finanziert und
initiiert Alternativen. Teilnahme an Trainingsmaßnahmen,
Finanzierung der Umschulung, Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber,
ABM usw. sind einige der Leistungen, die erbracht werden können,
wenn Vermittlungsbemühungen allein nicht greifen.
- Das Arbeitsamt ist auf gutem Wege.
Die Hauptprobleme der Arbeitsverwaltung, wie zu viele Aufgaben,
vermittlungsfremde Leistungen und strukturelle Probleme wurden
mittlerweile erkannt und man arbeitet intensiv an einer Reform
der Bundesanstalt für Arbeit. Bis diese umgesetzt ist, wird es
mit Sicherheit noch dauern. Regional haben einige Ämter aus
eigenem Antrieb bereits schon einiges geleistet – vielleicht
gehört auch Ihr Amt bereits dazu.
Sie
müssen auch selbst etwas tun
Bei der Stellensuche wäre es ziemlich
fahrlässig, sein berufliches Schicksal allein Dritten, wie dem
Arbeitsamt oder privaten Vermittlern, in die Hände zu legen und zu
hoffen, dass diese schnell die Lösung in Form der Wunschposition
herbei führen. Aus folgenden Gründen sollten Sie auch selber aktiv
werden:
- Sie kennen sich selber besser als
jeder andere. Ein Vermittler kann im Gespräch und mit der
Hilfe verschiedener Techniken zwar ein Bewerberprofil erstellen
und weiß ungefähr, was zu Ihnen passen könnte. Das garantiert
aber noch lange nicht, dass er Ihnen in jedem Fall geeignete
Vermittlungsvorschläge schickt. Er kann bei seiner Einschätzung
irren oder ein unvollständiges Bild von Ihnen haben – schon
sortiert er Ihre Traumstelle aus den möglichen
Vermittlungsvorschlägen aus, weil er meint, dass diese nicht
passe. Daher sollten Sie unbedingt auch selber auf Stellensuche
gehen und sich auf freie Stellen bewerben.
- Viele offene Stellen werden dem
Arbeitsamt und privaten Vermittlern nicht gemeldet. Auch
kann ein Vermittler nicht den ganzen Arbeitsmarkt kennen. Sie
müssen versuchen, diese Lücken zu schließen.
- Ein Arbeitsvermittler hat nicht nur
Sie als Kunden, sondern wird auch andere Arbeitssuchende
betreuen. Er muss seine Aufmerksamkeit und seine Bemühungen
folglich aufteilen – im schlimmsten Fall ist er so überlastet,
dass er Abstriche bei der Betreuung machen muss.
- Der Erfolg der Vermittlungsbemühungen
ist nicht nur von der Fachkompetenz des Vermittlers abhängig,
sondern auch von dessen Motivation und Ehrgeiz.
Auch bei der Selbstsuche sind Sie nicht
allein. Es gibt zahlreiche Stellen, u.a. auch das Arbeitsamt und
Literatur, die Ihnen Hilfen bei Ihren Eigenbemühungen anbieten.
Auch mit unserer Internetseite
www.talentmarketing.de
und dem gleichnamigen Buch „Talentmarketing – Strategien für
Jobsearch und Selbstvermarktung“ wollen Ihnen die Verfasser bei
den eigenen Bemühungen helfen.
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