Einführung in
die Thematik und Formen der Multimediabewerbung
Die klassische Papierbewerbung, wie wir sie heute kennen, hat
ihre Anfänge im 19. Jahrhundert. Sie wurde von Pädagogen und
Lehrern entwickelt. Folglich einem Berufsstand, dessen Angehörige
bis vor wenigen Jahren selten die Notwendigkeit erfahren haben,
sich einem neuen Arbeitgeber mit der Hilfe der selbst
entwickelten Bewerbungsstrategie zu präsentieren.
An Inhalt und Form der klassischen Bewerbungsunterlagen wurde
schon seit langem Kritik geübt und es sind zahlreiche neue
Varianten wie die z.B. die Zielgruppenkurzbewerbung entstanden. |
weitere
Informationen zum Thema Multimediabewerbung
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Die Idee, das Internet und die
moderne Bürokommunikationstechnik für die Darstellung des
Bewerberprofils zu nutzen, ist nicht neu und eine Vielzahl von
Bewerbern hat sich daran bereis versucht (und ist kläglich
gescheitert). Mit diesen Seiten wollen wir Ihnen daher Formen,
Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten multimedialer Bewerbungen
etwas näher bringen.
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| Definition:
Multimediabewerbung: |
| Unter einer multimedialen
Bewerbungspräsentation (Multimediabewerbung; Anmerkung d. Red.)
ist die Selbstdarstellung im Bewerbungsprozess unter Einsatz
unterschiedlicher Medien, wie Schrift, Bild, Ton und Animation
zu verstehen, durch die persönliche Stärken, besondere
Kenntnisse und Fähigkeiten demonstriert werden. Sie
gelangt mittels moderner Kommunikationswege wie Datenträgern
oder das Internet zum Adressaten. |
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Egle, F. u. Bens,
W.:
Talentmarketing - Strategien für Job-Search
und
Selbstvermerktung, Gabler-Verlag, Wiesbaden, 2001 |
Formen der Multimediabewerbung
Multimediabewerbungen können aufgrund des Transportweges zum
Empfänger, aber auch im Hinblick auf ihre Rolle in der gesamten
Bewerbungsstrategie in unterschiedliche Formen unterteilt werden.
Dabei stellt jede Form andere Anforderungen an die technische
Kompetenz und Ausstattung des Absenders und Empfängers und muss das
Gesamtkonzept sinnvoll ergänzen können.
Unterscheidung nach Form des
Datentransports
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Präsentation
auf Datenträgern |
Umfangreiche Multimediapräsentationen, z.B.
Flashanimationen, PowerPointpräsentationen oder interaktive
Videos, die viel Speicherkapazität erfordern, sollten am besten
auf einem Datenträger, wie Diskette, CD-Rom oder gar DVD an den
Empfänger versendet werden. Dieser spart sich damit einen langen
Download. Unternehmen, die noch nicht über eine
Internetanbindung verfügen, können erreicht werden. Diese Form
der Selbstdarstellung eignet sich sehr gut zur Ergänzung der
klassischen Bewerbungsunterlagen; so findet eine CD oder
Diskette oft noch Platz im Umschlag. Der Bewerber signalisiert
damit deutlich, dass er mehr geleistet hat als seine
Konkurrenten, um den Personalverantwortlichen von sich zu
überzeugen. Da Datenträger selten eingehen, steigt auch das
Interesse an der Bewerbung und die Wahrscheinlichkeit steigt,
dass auch die restlichen Unterlagen nicht ungelesen im Ausgang
landen. Sollte der Personalverantwortliche nicht in der Lage
sein, den Datenträger einzusehen, so kann er sich auf die
vorhandenen klassischen Unterlagen "stützen" (z.B. weil keine
fremden Datenträger im Betrieb eingelesen werden dürfen). Die
vorhandenen klassischen Unterlagen
gewährleisten auch die Vergleichbarkeit mit den anderen
Bewerbern. |
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Anhang einer E-Mail |
Selbstverständlich können Multimediadateien
auch mit der Hilfe von E-Mail versendet werden. Hier sollte
der Absender unbedingt auf die Größe der Datei achten. Bei langsamen
Netzwerkverbindungen, etwa mittels Modem an Einzelarbeitsplätzen
in kleinen Firmen, sollte eine Gesamtgröße von 500-800 Kilobyte
nicht überschritten werden. Handelt es sich um eine schnelle
ISDN- oder gar DSL-Verbindung können es auch mal 1 - 1,5 MB
sein. Der Absender sollte auf jeden Fall sicher stellen, dass
der Empfänger auch berechtigt und in der Lage ist, E-Mail-Anhänge
herunter zu laden bzw. zu betrachten; in einigen Firmen gibt es
da nämlich Einschränkungen.
Besonders geeignet erscheint diese Form bei Initiativ- bzw.
Zielgruppenkurzbewerbungen (Lesen Sie hierzu auch unsere
Ausführungen zur E-Mailbewerbung und zur
Zielgruppenkurzbewerbung). Der eigentliche Mailtext enthält das
Anschreiben und die biographisch relevanten Daten; im Anhang
findet sich die Bewerbungspräsentation.
Auch als sogenannter Nachfassbrief eignet sich diese Form
ebenfalls sehr gut. Mit
einem
solchen Nachfassbrief legt der
Bewerber `noch eins drauf`. Nachdem die schriftlichen Unterlagen
bereits im Auswahlverfahren sind, übersendet der Bewerber etwas
später eine E-Mail und bekundet darin sein Interesse an der
ausgeschriebenen Position und führt weitere Punkte an, die für
ihn als geeigneten Kandidaten sprechen (Liefern + 1). |
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Die Bewerbungs-homepage |
Auf Internetseiten wird fast alles
präsentiert - Firmen wollen ihre Produkte verkaufen,
Stars und Sternchen ihre Fans an sich binden, einige versuchen, andere
Menschen von ihrer Philosophie bzw. ihren Ideen überzeugen.
Daher scheint eine Selbstdarstellung mit der Hilfe einer
Internetseite nur naheliegend.
Allerdings können wir nur davon abraten, eine Bewerbungshomepage
im Internet zu veröffentlichen und dann zu hoffen, dass
Personalverantwortliche diese von alleine finden - diese Chance
ist gering!
Daher ist die Bewerbungshomepage eher eine Ergänzung der anderen
Bemühungen:
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● in den
klassischen Unterlagen kann auf die Adresse der Homepage
verwiesen werden
● auf Messen und
bei anderen Kontakten zu potentiellen Arbeitgebern kann eine
Visitenkarte mit dem Hinweis auf die Bewerbungshomepage
überreicht werden
● die
Nachfass-E-Mail kann speziell auf eine Internetseite
verweisen
● in vielen
Bewerberbörsen oder bei der Arbeitsvermittlung kann man sein
persönliches Profil hinterlassen. Bei der inhaltlichen und
formalen Gestaltung haben die Bewerber wenig Freiraum. So stehen
den Bewerbern in der Datenbank des Arbeitsamtes (AIS) gerade mal
2,5 Zeilen für die Beschreibung beruflicher Kenntnisse zur
Verfügung und auch ein Foto kann nicht eingestellt werden.
Solche Profile in Internet-Bewerberbörsen könnten durch
die Anbringung eines Verweises auf die Bewerbungshomepage
sinnvoll ergänzt werden. |
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Unterscheidung nach der Rolle in der
gesamten Bewerbungsstrategie
Die Verfasser können derzeit nur davon abraten, sich alleine auf
multimediale Bewerbungen bei der ersten Kontaktaufnahme mit
potentiellen Arbeitgebern zu verlassen. Die meisten Betriebe
bevorzugen noch konventionelle Unterlagen, da man mit diesem Medium
die meisten Erfahrungswerte besitzt und die Vergleichbarkeit der
Bewerber durch die starke Normierung gewährleistet ist.
Allerdings hat sich die E-Mail (ggf. mit Multimediadatei im Anhang)
bei Initiativbewerbungen bereits bewährt und gewinnt zunehmend an
Akzeptanz. Dies gilt insbesondere bei der Bewerbung um
Praktikantenstellen und im Trainee-Bereich. Bis sie die
Papierbewerbung vollständig verdrängt, wird noch einige Zeit
vergehen.
Allerdings stellt sie oft eine sinnvolle Ergänzung klassischer
Methoden dar. Zusätzliches Engagement, Medienkompetenz und
Kreativität können mit ihr demonstriert werden. |
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